Urlaub beim Weltmeister

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Einst einer der weltbesten Skifahrer im alpinen Skirennsport ist Michael Walchhofer heute erfolgreicher Hotelier im Salzburger Zauchensee. ChfR. Helmut Zauner besuchte die Skilegende in seinen Hotels, um das Geheimnis seines Erfolges herauszufinden.

Mit einem herzlichen „Servas“ begrüßt mich der Weltmeister an der Lobbybar seines Vier-Sterne-Hotel Zauchensee Zentral. „Dich habe ich mir aber anders vorgestellt“, meint der Chef des Hauses weiter. Scheinbar hat er nicht - von der Frisur her gesehen - mit einem Double gerechnet, er aber sieht genauso aus wie ihn der interessierte österreichische Skifan von vielen Siegerinterviews kennt, auch wenn sein Karriereende mittlerweile schon über acht Jahre zurückliegt. Und den „Siegerschmäh“ hat er als Hotelier mehr denn je drauf.

Vom Rennläufer zum Hotelier

Ein Blick durch die Lobby zeugt von einer imposanten Sportlerlaufbahn: Trophäen, Pokale noch und nöcher - Abfahrtsweltmeister 2003, olympische Silbermedaille 2006, Vizeweltmeister 2005, dreifacher Weltcupsieger in der Abfahrt und 19 Weltcupsiege darunter Klassiker wie Kitzbühel oder Wengen. „Der Umstieg vom Rennsport ins Hotelgewerbe war zwar vorgezeichnet, aber nicht leicht für mich. Sehr viele Alternativen standen zur Auswahl, doch ich entschied mich letztendlich ins Familienunternehmen einzusteigen und bin bis zum heutigen sehr glücklich über diese Entscheidung, weil es eine richtig lässige Arbeit ist“, erzählt Walchhofer über seine Anfänge und schenkt uns ein Bier ein. Der heutige Beruf war ihm praktisch in die Wiege gelegt. Haben doch Großvater und Vater den Grundstein für die heutigen Walchhofer Familienbetriebe gelegt, die von den vier Söhnen Thomas, Peter, Rupert und Michael geführt werden. Dazu gehören der elterliche Bauernhof in Altenmarkt, die Skischule Zauchensee, das Stammhaus Vier-Sterne Hotel Zauchenseehof (war ursprünglich ein Gasthaus und Jugendherberge), das Vier-Sterne Hotel Zauchensee Zentral und das 2014 eröffnete Drei-Sterne Hotel Sportwelt. Gemeinsam mit seinem Bruder Rupert führt Michael die drei Hotels, die 2018 ihr 50-jähriges Jubiläum feierten. 

Die Familie im Mittelpunkt

Sowohl die eigene Familie, bestehend aus Ehefrau Barbara und drei Kindern, steht bei Michael im Mittelpunkt, sondern auch das Gästeangebot richtet sich in erster Linie an Familien. So ist der Zauchenseehof Mitglied der Dachmarke Familotel. Hier werden die Kids ab dem zweiten Lebensjahr von qualifizierten Kinderbetreuerinnen sechs Tage pro Woche auf 1.000 m2 über vier Stockwerke verteilt betreut. Zum Angebot zählen unter anderem der Happy-Club, die Happy-Erlebniswelt, ein Kinderschwimmbad samt Schwimmkurse, eigenes Kinderbuffet und, und, und ... . Da wird den Kids wahrlich nicht fad. So richtig genutzt wird das Indoor-Angebot aber hauptsächlich im Sommer bei Schlechtwetter. Im Winter treibt es die junge Generation sowieso bei jedem Wetter raus. „Der Vorteil von Zauchensee ist, dass man auch bei wirklich schlechten Wetterbedingungen immer eine Piste findet, die richtig gut befahrbar ist“, meint der Weltmeister. Na ja, da halte ich es lieber mit einem Wellnesstag im Zauchenseehof.

Sommerhit Magic Mountains

Apropos Sommer: Bereits seit 22 Jahren bildet der Zauchenseehof und das Hotel Sportwelt das Basislager für die Magic Mountains Wochen gemeinsam mit drei anderen Hotels in Zauchensee. Spiel- und Sportaktivitäten für Klein und Groß. (Siehe auch Seite 20/21). Walchhofer: „Wir sind in der glücklichen Lage, in einer praktisch autofreien Zone von der professionellen Kinderbetreuung über die Bespaßung der Teenies bis zu den Erwachsenen jeweils das entsprechende Programm anbieten zu können.“

Während die Kids professionell betreut werden, können die Erwachsenen ihre Yoga-Stunde absolvieren oder nutzen eine geführte Wanderung mit den Walchhofers beziehungsweise schwingen sich auf das Mountainbike und erkunden die Bergwelt rund um Gamskogel oder Rosskogel - alleine oder mit Guide. Besonders für Genusswanderer und -mountainbiker sind die sanften Hügel rund um den Zauchensee ein wahres Eldorado. Besonders geeignet für gemütliche Wanderungen mit den Kids. Gäste, welche die weitere Umgebung kennenlernen möchten, setzen sich in den und machen sich auf den Weg.

Wieder zurück im Hotel geht es entweder an die neu gestaltete Hotelbar oder in die große Wellnessoase um den Urlaubstag Revue passieren zu lassen. Hallenbad, Römisches Dampfbad, Solarium und Massothermie-System, Finnische Sauna, Bio-Kräutersauna mit Kräuterduft, Infrarotkabinen, viele Ruhe- und Liegebereiche, mit Zirbenmöbel oder Wasserbetten, Grander-Wasser und natürlich wie es sich für das Hotel eines Spitzensportlers gehört Heil- und Sportmassagen und Anwendungen durch qualifizierte Mitarbeiter.

Die 80 Zimmer im Zauchenseehof gliedern sich in Einzel-, Doppel- und Familienzimmer.
Balkon, Telefon, Safe, W-LAN, Flat-TV mit Sky Programmen, Dusche/WC, Haarfön, Kosmetikartikel, Bademäntel, Frotteebadeslipper, Granderwasser im Zimmer sowie MEMON Umwelttechnologie, die vor Elektrosmog, Feinstaub- und Wasserbelastungen schützt und einen gesunden und erholsamen Schlaf unterstützt, gehören zur Standardausstattung.

Im Hotel des Weltmeisters

Das Hotel Zauchensee Zentral ist wie eingangs bereits erwähnt, das Haus des Weltmeisters. Ein Museum über erfolgreiche Skisportgeschichte, ein lebendes Dokument vergangener Erfolge. In der Lobby die Vitrinen mit all den Medaillen, Pokalen, Trophäen, im Stiegenhaus und in den Gängen Bilder vieler Siege aber auch aus den Anfängen der Karriere. Besonders beeindruckt haben mich die Fotos im Restaurant. Sie sind Auszüge aus einem sehr erfolgreichen Kochbuch „Abgefahren aufgekocht“, das Michael mit dem Koch und Triathleten Tom Schaubmair veröffentlichte. Darin garniert der Koch Tom die lustigen und interessanten, wie auch kulinarischen Erlebnisse des Rennläufers Michael während dessen aktiven Karriere mit passenden Rezepten.

Ich durfte in einem ca. 40 m2 großen Familienzimmer mein Quartier aufschlagen. Unter mir die beheizte Schirmbar wo ordentlich Après-Ski gefeiert wurde. Ob alle noch rechtzeitig zum Abendessen kamen, ist eine andere Geschichte. Vielleicht sind sie gleich zur Kegelbahn oder in die Almbar des Zauchenseehofes weitergezogen. Ich werde es nicht erfahren.

Das Zimmer hat alles, was im Urlaub so benötigt wird: Schlafzimmer mit Doppelbett und Couch, Kochnische, Wohnbereich mit ausziehbarer Doppelcouch und Sitzecke, Badezimmer mit Badewanne, Haarfön, Kosmetikspiegel, Handtuchwärmer und Kosmetikartike, separates WC, Garderobe, Schuhablage, Balkon, Eiche-Naturholzboden, Kabel-TV, Telefon, Radio, Safe, kostenloses und schnelles W-LAN, Hand- und Badetücher, Bademäntel, Frotteebadeslipper, Badetasche und natürlich Memon-Technologie. Diese hat scheinbar gewirkt, denn ich hörte nicht mal die Pistenraupen, die neben dem Hotel die Skipiste präparierten. Wie auch alle anderen Zimmer hat auch meines im Keller einen eigenen beheizten Skischrank. Einfach genial. 

Zu den Gästen des Zentral zählen in erster Linie Pärchen, Singles und Familien die unter sich sein möchten, um etwas Abstand vom Kindertrubel zu haben. Über einen unterirdischen Gang gelangt man bequem zu allen Wellness- und Gästeeinrichtungen im Zauchenseehof, die natürlich kostenlos genutzt werden können.

Modern + stylisch = Sportwelt

Seit 2014 betreibt die Familie Walchhofer das neue Hotel Sportwelt. Es positioniert sich als konträres und kostengünstigeres Angebot zu den beiden anderen Häusern. Trotzdem bietet das Drei-Sterne-Hotel den Komfort eines Vier-Sterne-Betriebes. Das Konzept ist auf die Bedürfnisse des Sportlers und im Besonderen auf den Wintersportler ausgerichtet. Aus den 65 Zimmern können Doppelzimmer, Familienzimmer und Wohneinheiten mit Verbindungstür sowie ein behindertengerechtes Zimmer gewählt werden. Die Einrichtung besteht aus hellen Möbeln und edlen Holzböden. Zum Sonnentanken steht in jedem Hotelzimmer ein Balkon zur Verfügung. Die zweckmäßige Ausstattung umfasst darüber hinaus ein Doppelbett, Badezimmer mit Dusche, WC, Schreibtisch, Zimmersafe, Haarföhn, Kabel Flat-TV, und gratis W-LAN.

Im Sky-Wellness- und Saunabereich hat man einen grandiosen Ausblick auf die Bergwelt der Region. Finnische Panorama-Sauna, Biosauna, Soledampfbad, Kräuterdampfbad, Infrarotkabine sowie ein Ruhe- und Erholungsraum sorgen für die nötige Entspannung nach dem Sport. Zur Halbpension werden im Gegensatz zu den beiden anderen Hotels Frühstück- und Abendbuffet mit Frontcooking geboten.

Top Kulinarik mit viel Abwechslung

Wie gut es ist, dass die Familie strategisch aufgestellt ist, zeigt sich beim Essen. Die Landwirtschaft des Bruders liefert Milch, Eier, Rindfleisch und Obst. Aber auch alle anderen Zutaten werden hochwertigst von regionalen Betrieben bezogen. Und das schmeckt man auch. Abgesehen davon, dass die Gerichte raffiniert angerichtet und sehr vielseitig ausgewählt sind. Dafür ist Küchenchef Edi verantwortlich. Bis auf die traditionellen, österreichischen Klassiker einmal pro Woche is die Speisekarte sehr abwechslungsreich - außer die Gäste wünschen sich besondere Köstlichkeiten wie Kaiserschmarren oder ähnliches.

Fazit

Das Erfolgsgeheimnis des Michael Walchhofer sind natürlich die Erfahrungen aus dem Spitzensport aber vor allem seine Bodenständigkeit. „Außerdem viel Freude und Liebe zum Beruf, eine tolle Familie und ein tolles Team“, ergänzt  der Weltmeister.

www.walchhofer.at

Fotos: © Walchhofer.at, TV Altenmarkt-Zauchensee, Atomic

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