Skihütten-Rallye in Salzburg

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Wenn sich beim Skifahren der Magen mit Durst und Hunger bemerkbar macht, ist es Zeit eine der zahlreichen Skihütten aufzusuchen. Fühlt man sich wohl und schmeckt der Jagatee oder die Kaspressknödelsuppe kann es schon passieren, dass die Verweildauer auf der selbigen sich verlängert. Wir haben wieder unsere Tester auf die Berge geschickt, um herauszufinden wo es wirklich urig, gemütlich und kulinarisch empfehlenswert ist, um hocken zu bleiben.

HOFALM - Flachau

Die Hofalm gibt’s schon lange. Ziemlich unverändert, die Einraumhütte mit Fensterl zur Küche und Schank, seit ich das erste Mal da gesessen bin. Da waren nur zwei Sessellifte die herauf führten. Wenn man heute hinten vor dem Stadl sitzt, schallt es im Freien aus den Lautsprechern: “Ei, ei, ei, ei die Goas is weg“ oder “Zipfl eine, Zipfl aussa, oba heit geht’s guad“. Musik gab`s früher auch, aber nur wenn einer die Klampfen vom Wandhaken genommen hat. Diese Songs waren eindeutig besser. „Gut trinkbar, macht nicht gleich rauschig“, bemerkt meine Begleiterin fast druckreif, sieht aber bald danach trotzdem zwei Löffeln, wo nur einer da ist und steckt mich mit einem ziemlich unmotivierten Lachen über diverse Gesprächsinhalte an. Der Chef der abserviert, lächelt nur mild. „ Is der hinterfotzig!“, meinte sie dann aber doch. Für mich etwas zu süß, geschätzte fünf TL Zucker pro Häferl! Mit € 4.50 recht wohlfeil, vor allem in Hinblick auf den reichlichen Alk, der auch für ein weiteres Teehäferl reichen würde. www.unterhof-flachau.at

SPORTALM – Hochbifang

Der Jaga wird an der SB-Theke als besondere selbst fabrizierte Spezialität des Hauses angekündigt, was an sich interessant wäre. „Whats that ?“, sagt neben uns jemand auf der Terrasse, vor sich das gleiche Getränk. „Nix“, sage ich freundlich. Tatsächlich - is a nix drin! Wenig Schnaps, kaum Rum, Tee weiß ich nicht, weil schmeck ich nicht, ums Leben schwimmend - eine Zitronenscheibe, die erste die ich in einem Jaga vorfinde. Davon wird der auch kein Vitaminstoß. „Ungorische Källnär wos observiert“ – leicht übermotiviert, egal ob noch was im Häferl oder am Teller ist – hört sich unsere Reklamation interessiert an und dabei bleibt`s auch an Reaktionen seitens des Hauses. Der Preis von € 5.80 rundet den negativen Eindruck nach unten ab, obwohl sonst ein recht gutes Angebot vorhanden ist. 

GLONER ALM - Flachauwinkl

Eine der schönsten Hüttenterrassen in der Gegend mit Blick weit übers Tal hinaus bis zum Hochkönig, rüber zur Ennskraxn und zum Faulkogel, von uns früher deutschen Gästen gegenüber gern „Rauschkinig“ und „Trinkgeldkogel“ genannt. Drinnen walten meine Freunde Hermann und Zyriac und verstehen ihr Handwerk. Köstliche Kasnocken, Erdäpfelgulasch und ähnliche Vollwertgerichte gibt`s, nach denen du eineinhalb Tage nichts mehr brauchst. Der Jaga ist wie es sich gehört, mit interessanter Schnapsnase, fruchtigem Abgang. Selbst für mich nicht zu süß was mir selten passiert und versehen durchaus mit dem nötigen Alk. www.gloneralm.at

BIFANGALM – Altenmarkt

Auf halber Höhe der Bifangliftanlagen gleich neben dem zugehörigen Bauernhof. Deshalb gibt’s auch hofeigenes Rindfleisch – etwa als Gulasch - und Milch von namentlich bekannten Kühen die ohne Silofutter gehalten werden, was meine Begleitung mehr freut, wie ein noch so zünftiger Jaga. Eine meiner Leibspeisen - Fleischkrapfen - gibt’s auch. Der Jaga kommt daher wie er sein soll. Halbstark, halbsüß, ausgewogen süffig. Bleibt mir wegen der noch besseren Milch fast ganz allein. Die € 4.60 sind durchaus zum Aushalten, wie selbst die Beschallung – dezent in der Lautstärke, inneralpine, wirkliche Volksmusik. Keine Red` von irgendeiner Goaß. www.bifang.at

 

BURGSTALLHÜTTN - Flachauwinkel

Zweihundert Höhenmeter drüber saßen wir einst, wie mein Freund noch „Gemeindejager“ gewesen ist, trotz dreimal gebrennten Vogelbeeren frosterstarrt am Hochsitz und zählten des Nachts im Vollmondschein die Häupter unserer lieben – Hirsche, Tiere und Kälber, die sich an den Rüben gütlich taten. Wenn wir dann spät Abends zu Tal abfuhren, kamen oft noch die letzten Hüttengäste heraus und kugelten kopfüber talwärts. Passiert ist keinem was, Betrunkene fallen meist recht unverkrampft. Die Hüttn ist eine von den alten. Im Stil gut erhalten, nur wenig umgebaut. Auch von halber Höhe ist der Talblick von der großen Terrasse mit seitlichen Logentischen wunderbar. In süßen roten Häferln mit süßen roten Herzerln serviert man den süßen Jaga. Für mich zwar stark genug aber wieder mal zu süß, was aber nicht jeder so sieht, etwa auch meine Begleitung nicht. Sie findet auch die Häferln schön. Was zu verstehen ist. Wenn man da länger sitzt, findet man mit der Zeit alles schön… www.burgstallhuette.com

SONNALM - Lachtal

Lange weiße Fahnen weht der Wind oben über den Grat. Herunten trotz Sonne gefühlte minus sechs Grad. Man muss in solchen Fällen im Lachtal nicht unbedingt hinauf, um eine nette Hütte zu finden, die gibt’s auch unten. Beim Schlepplift drüben grüßt die Sonnalm herunter. So seit etwa 12 Jahren gibt’s die, erzählt Simone, nicht die Schlagersängerin gleichen Namens, sondern die Kellnerin. Recht gemütlich her-innen. Kaninchen beim Eingang im Freigehege – gleich was für die Kinder oder Enkelkinder damit sie nicht lästig werden, samt großzügiger Spielecke. Warum keinen Jagatee also, schmeckt bei der Simone auch ohne Skihose. Nicht sehr stark, aromatisch – fast könnte man meinen hausgemacht. Nein, sagt Simone, ist er nicht und bringt uns die Flasche. Sieh da, von „Spitz“, offenbar eine der besseren Marken. Zugegeben – der Saibling vom Pichler aus dem nachbarlichen Oberwölz dazu, käme bei Falstaff Testern nicht auf den Tisch. Doch das sind wir ja Gott sei dank nicht… Ganz billig ist er mit seinen € 6.40 auch nicht. PS; Simone, die Kellnerin(!), setzt auch auf Musik draußen vorm Haus, aber auf Wunsch dreht sie‘s leiser! https://www.ski-lachtal.at

SONNALM - Großeck -Speiereck, Lungau

Sie tut ihrem Namen alle Ehre, an diesem wundervoll blauhimmeligen, milden Jännertag mit frisch anzuckerten Fichten ringsum. Jetzt am Vormittag finden kaum schon Leute her, in die große Hütte mit ihrem herben 70er- Jahre Architektur-Charme. Ganz allein sitzen wir auf der großen Südterrasse - es gibt auch eine teilverglaste Westterrasse – und genießen - wiederum gänzlich unstatthaft, als Aperitiv den Jagatee. Der wiederum ungorische Källnär – hat ihn unverhohlen aus der Anlage gezapft, doch so schlecht ist er gar nicht. Eher mild, gutes Teearoma, sauberer Großgebinde/ Fertigmix/ Durchschnitt. Mit € 4.60 nicht teuer. Die Musikberieselung ist zumindest dezent in der Lautstärke.

BRANNTWEINER ALM - Lungau

Das kommt davon, wenn man unbedingt in zwei Hütten einkehren will. In der Branntweinhüttn zunächst, ob des vielversprechenden Namens, der leider nicht hält, was er verspricht. Beim Jaga zumindest. Eine flaue Mischung, ist das! Süß, nicht stark, irritierendes Raucharoma, lang abgestandene Fertigmischung, lautet der Tipp. Mit € 4.60 auch überzahlt. 2 Häferln KÖSSLBACHERALM - Lungau Schräg gegenüber. Motto: ursprünglich und guat - haben sie sich auf die Fahnen geschrieben. Da hätt man den Jaga trinken sollen. Hätt ma, wär ma, etc. – aba hama net. Sondern a Kaspressknödl Suppn gegessen- und die war köstlich, großes festes Knödl mit würzigem Kas, guade Suppn. Da hätten´s an bessern Tee a g`habt wahrscheinlich. www.branntweineralm.at

PETERBAUERNALM - Lungau

Na ja, da war ma a net, obwohls ganz nett ausschaut und Bio Rindfleischspezialitäten anbietet. Wahrscheinlich haben mich die automatischen Eingangstüren erschreckt, wie s mich, zögernd Eintretenden, fast einzwickt haben. Aber die schottischen Rindvieher, die wir dann weiter unten sehen sind sowieso zu lieb zum Essen… PANORAMA ALM - Lungau Auch am Speiereck. Gut besucht, ka Wunder bei dem Blick – und DER Küche. Die“ best Kasnocken we ever had“ –oder so ähnlich sagt jemand am Nebentisch und das sind sie auch! Schön einzelne kleine Nockerln, nicht zu weich, nicht zergatscht, mit kräftigem, sehr würzigem Nockenkas, keineswegs in Fett schwimmend - ein gut marinierter Salat dazu. (11.50 €) www.peterbaueralm.at