Reiseherbst mit verstärkten "Corona-Regeln".

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Reisende aus Risikogebieten müssen oftmals negativen Labortest vorweisen – bei Missachtung drohen hohe Strafen. Zusätzlich ruft Tschechien ab 5. Oktober den Notstand aus.

Eine spontane Städtereise bzw. ein Urlaub in den ersten österreichweit einheitlichen Herbstferien – all das ist angesichts vielerorts hoher Infektionszahlen und verschärfter
Einreisebestimmungen schwierig. Viele Länder verhängen Reisewarnungen für Österreich bzw. einzelne Bundesländer – was die Einreise für Österreicher in viele Länder Europas erschwert. "Wer ins Ausland verreisen möchte, sollte sich unbedingt kurzfristig vorab über die aktuellen Bestimmungen informieren, für wen wo welche Regeln gelten", empfiehlt ÖAMTC-Touristiker Benjamin Hetzendorfer. "Generell ist ausschlaggebend, wo man sich in den letzten zehn bis 14 Tagen vor der Einreise aufgehalten hat."

Wichtig ist auch: Wird ein negativer Covid-19-Test verlangt, wird im Ausland meist nur der von Laboren durchgeführte molekularbiologische Test auf Sars-CoV-2 (PCR-Test) akzeptiert – Antikörpertests oder Gurgeltests hingegen in der Regel nicht. "Wie die jeweiligen Regelungen überwacht werden, ist von Land zu Land unterschiedlich. Fast überall gibt es derzeit verstärkt Grenzkontrollen, meist wird bei der Einreise stichprobenartig kontrolliert", weiß der Experte des Mobilitätsclubs. "Es wird vor allem auf Selbstverantwortung gesetzt." Aber Achtung: Bei Nichteinhaltung der Bestimmungen drohen hohe Strafen.

Deutschland plant ab 15. Oktober Reise-Registrierung, ohne Negativ-Test ist Meldung bei dortigem Gesundheitsamt nötig

Für touristische Reisen nach Deutschland benötigen Reisende aus den Risikogebieten Wien, Tirol und Vorarlberg einen negativen COVID-19-Test, der nicht älter als 48 Stunden sein darf. Achtung: Hier gilt stets der Zeitpunkt der Ausstellung des Testergebnisses. Wer keinen negativen Test vorweisen kann, muss sich stattdessen sofort nach der Einreise beim Gesundheitsamt der Reisedestination melden und eine 14-tägige häusliche Quarantäne antreten. Währenddessen kann man sich vor Ort einem kostenlosen Test unterziehen und bei Negativ-Befund von der Quarantäne "freitesten". Ab 15. Oktober müssen sich Personen aus Risikogebieten vor der Einreise voraussichtlich digital anmelden. Wer seiner Verpflichtung zur Anmeldung nicht nachkommt, riskiert mitunter hohe Geldstrafen.

Für Reisende aus Risikogebieten gibt es in einigen Bundeländern, wie z. B. Bayern oder Baden-Württemberg, auch Ausnahmen – u.a. für Pendler und bei Einreisen für familiäre Angelegenheiten wie der Pflege von Angehörigen. Die Einreise aus anderen österreichischen Bundesländern ist ohne Einschränkungen möglich. Auch, wer vom Flughafen im niederösterreichischen Schwechat abreist und sich 14 Tage zuvor nicht in Wien, Tirol oder Vorarlberg aufgehalten hat, muss die Quarantäne nicht antreten. Bei der Einreise nach Deutschland wird explizit danach gefragt.

Bis zu 10.000 Franken Strafe für Missachtung der Quarantäne in der Schweiz

"Für Reisende aus Wien, Niederösterreich und Oberösterreich in die Schweiz gilt eine Quarantänepflicht. Ein 'Freitesten' mithilfe eine negativen Testergebnisses ist hier nicht möglich", sagt Experte Hetzendorfer. "Diese Regelung gilt für alle Personen, die sich innerhalb der vergangenen zehn Tage länger als 24 Stunden in einem der drei Bundesländer aufgehalten haben." Vorsicht: Wer sich vor der Quarantäne drückt und erwischt wird, dem drohen umgerechnet etwa 9.300 Euro Strafe.

Slowenien hat Tirol, Vorarlberg und Wien auf die "rote Liste" gesetzt. Reisende aus diesen Bundesländern müssen bei der Einreise nach Slowenien zehn Tage in Quarantäne. Oder es muss ein negativer Covid-19-Test vorgelegt werden, der bei der Einreise nicht älter als 48 Stunden sein darf und nachweislich in einem EU-Mitgliedstaat, einem Schengen-Mitgliedstaat oder Slowenien durchgeführt wurde.

"Die Durchreise durch die genannten Länder ist, auch für Reisende aus Risikogebieten, in der Regel aber erlaubt. Bis auf Toiletten- oder Tankpausen ist dann allerdings kein Zwischenstopp gestattet", erklärt der ÖAMTC-Experte.

Auch Regeln für Rückkehr beachten – Urlaubsservice und Reisebüro helfen

Auch Österreich hat für mehrere Länder und Regionen Reisewarnungen und Auflagen bei der Rückeinreise nach Österreich erlassen – darunter auch immer noch Kroatien und neuerdings auch bei der Rückreise aus Prag. Auch für die französischen Regionen Ile-de-France mit dem Großraum Paris und Provence-Alpes-Cote d'Azur mit der Hafenstadt
Marseilles wurde eine Reisewarnung verhängt. Es gilt bei der Rückkehr aus diesen Regionen Test- bzw. Quarantänepflicht.

Eine Hilfe bei der Reiseplanung ist das Urlaubsservice des Mobilitätsclubs: www.oeamtc.at/urlaubsservice – dort findet man eine interaktive Europa-Karte, die zeigt, unter welchen Bedingungen eine Ein- bzw. Ausreise aktuell möglich ist.

Übrigens: Innerhalb Österreichs sind Reisen nach wie vor ohne Einschränkungen – bis auf die allgemeinen Corona-Maßnahmen – möglich.
www.oeamtc.at/reisen

Tschechien ruft ab Montag 5.10. den Notstand aus. Was bedeutet dies für Reisen nach Tschechien?

  • Ab 5. Okt. sind für die darauffolgenden 14 Tage alle Konzerte und Theatervorstellungen, bei denen vorwiegend gesungen wird, verboten. Theateraufführungen und andere künstlerische Vorstellungen, wo nicht gesungen wird, werden auf max. 500 Zuschauer/Besucher beschränkt. Hier muss jeder Besucher einen bestimmten Platz zugewiesen haben. Bei diesen Vorstellungen darf es kein Catering/Buffet geben. Bei all diesen Events sind Mindestabstände von 2 Metern einzuhalten, außer bei Personen, die ich selben Haushalt leben.

  • Zudem sind Events mit mehr als 10 in Innenräumen und mit mehr als 20 Personen im Außenbereich verboten.

  • In Gastronomiebetrieben muss der Abstand von 1,5 Metern zwischen den Sitzenden an unterschiedlichen Tischen gewahrt bleiben. Außer bei Personen, die an einem gemeinsamen Tisch sitzen. Bei einem Tisch dürfen max. 6 Personen sitzen.

  • Die Teilnahme bei Gottesdiensten ist auf 100 Personen beschränkt. Während des Gottesdienstes darf nicht gesungen werden.

  • In Bezirken, die auf rot (Prag) und orange gestellt sind, wird zudem der Betrieb von Mittel- und Hochschulen eingeschränkt. Der Lehrbetrieb erfolgt im Fernbetrieb. Ebenso wird der Turn- und Musikunterricht in dieser Zeit eingestellt.


Zusätzlich gilt die in Innenräumen geltende Nasen-Mund-Schutz-Pflicht und die seit 24. Sept. auf 22 Uhr vorgerückte Sperrstunde in Lokalen. (Sperrstunde von 22 – 6 Uhr morgens).

www.czechtourism.com