Werden wir zukünftig nachhaltiger reisen?

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In der ganzen Corona-Pandemie wird ein wichtiges Thema etwas in den Hintergrund gedrängt: unsere Umwelt. Wie schön diese Welt ist, lernen wir auf so vielen Reisen kennen. Doch wie wirkt sich das globale und regionale Reisen auf unsere Umwelt aus? Wie können wir unsere Umwelt dabei schützen und unterstützen?

Derzeit müssen wir uns noch gedulden. Aber bald werden wir wieder reisen können. Ohne Einschränkungen? Vielleicht! Aber werden wir vorsichtiger? Vorsichtiger im Umgang mit unseren Mitreisenden im Flugzeug, im Bus im Hotel? Wenn wir eines aus dieser Pandemie lernen können, ist, dass wir vielleicht besser auf uns selbst und unsere Familie, Kinder, Freunde aufpassen werden. Im Besonderen aber auf unsere Umwelt. Nachhaltiges Reisen wird uns in Zukunft stärker denn je begleiten.

Viele Hotels und Touristikunternehmen erkennen den Trend und stellen ihre Infrastruktur und ihr Angebot auf diese Bedürfnisse ab. In den meisten Qualitätshotels weltweit gehören biologisch produzierte Lebensmittel mittlerweile zum Standardrepertoire am Speiseplan. Wo es aber noch Luft nach oben gibt, sind die Schonung von lebensnotwendigen Ressourcen wie Energie, Wasser und Umwelt. Weltweit betrachtet trägt der Tourismus mit rund acht Prozent aller Treibhausgasemissionen zur globalen Erderwärmung bei. Das beginnt bereits bei der An- und Abreise. Wussten Sie, dass laut UNWTO (Welttourismusorganisation der Vereinten Nationen) eine Durchschnittsreise mit dem Flugzeug 0,25 Tonnen CO2-Äquivalente verursacht?

Mittlerweile hat man auch in der zivilen Luftfahrt aber bereits begonnen schadstoffarme Flugzeuge zu entwickeln bzw. einzusetzen. Dass sich hohe Treibhausgasemissionen deutlich reduzieren lassen, ohne auf Urlaubsfreuden verzichten zu müssen, haben so manche Hotels schon in die Praxis umgesetzt. Gerade für Hoteliers lohnt es sich, den eigenen Betrieb und die Mitarbeiter für mehr Nachhaltigkeit zu sensibilisieren. Es geht darum, ressourcenschonend zu wirtschaften, Kosten zu sparen und dem wachsenden Umweltbewusstsein der Gäste nachzukommen. Denn deren Erwartungen verändern sich, sie sind besser informiert, anspruchsvoller und die Fragen nach Umwelt- und Klimaschutz steigen.

Laut einer Erhebung der Österreichischen Hoteliervereinigung (ÖHV) achten 50 % der Gäste bei der Planung der Urlaubsreise bei Hotelauswahl und Anreise auf Nachhaltigkeit. Das deckt sich mit einer Umfrage der Deutschen Forschungsgemeinschaft Urlaub und Reisen e.V. nachdem für rund 57 % der Deutschen Nachhaltigkeit im Urlaub ein wichtiges Thema sei. Österreichische Hotelbetreiber leisten hier schon seit Jahren und Jahrzehnten Pionierarbeit. Wie etwa Michaela Reitterer mit dem ersten Passivhaus mit Null-Energie-Bilanz in Wien oder die Familie Blumenkamp im Hotel Rupertus in Leogang. Eine besondere Auszeichnung erhielt der Österreicher Ewald Biemanns. Ihm wurde für sein Bucuti & Tara Beach Resort auf Aruba der Global United Nations Climate Action Award for Climate Neutral Now 2020 verliehen. Aber auch Destinationen wie Costa Rica, wo bereits 99 Prozent des Stroms aus erneuerbarer Energie gewonnen wird. Ein weiteres Problem sind die Sehenswürdigkeiten, die unter der Last von Tagestouristen leiden. Wie etwa die Aztekenstadt Machu Picchu in Peru. Im Umfeld der Ruinenstadt der Inkas, von der UNESCO zum Weltkulturerbe ernannt, wird eine Abfallbehandlungsanlage errichtet, die durch Pyrolyse acht Tonnen organischen Abfall verarbeiten kann (chemische Zersetzung bei hohen Temperaturen unter Ausschluss von Sauerstoff und ohne CO2-Ausstoß). Bei diesem Prozess wird Biokohle erzeugt, ein natürlicher Dünger, der zusammen mit einer Million Chininbäumen zur Wiederherstellung der Nebelwälder beiträgt.

Man sieht, dass ein Umdenken vielerorts bereits eingesetzt hat. natürlich nur dort wo das Leid unter dem Massentourismus besonders groß ist ebenso wie der Mut einiger Menschen ihre Umwelt zu schützen oder gar zu retten. Wir reisenden sollten solche Nachhaltigkeitspioniere unterstützen und bei der Auswahl unseres Reisezieles mehr Wert auf Nachhaltigkeit und Umweltschutz zu legen. Denn unsere Kinder möchten auch die Schönheit unsere Welt kennen lernen.