Von Alm zu Alm

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Bei den verschiedenen Wandertouren am 350 Kilometer langen Salzburger Almenweg kann man in 31 Etappen die Pongauer Bergwelt ausführlich kennenlernen. Eines der zahlreichen Seitentäler von Großarl ist das Ellmautal.

Meine Geschichte beginnt vor genau einem Jahr. Als ich mit drei anderen Journalisten aus Deutschland eingeladen war, drei Tage lang in der Region Großarltal - dem Tal der Almen - verschiedene Wandertouren zu unternehmen. Im neu umgebauten Hotel Das Edelweiß treffen wir am Nachmittag unseren Guide Thomas Wirnsberger vom Tourismusverband zur Lagebesprechung. Wanderschuhe anziehen - es geht sofort los: zur Sonnenuntergangswanderung von der Aualm (1795 m) zum Schuhflicker (2414 m) , einem ziemlich anspruchsvollen Berg. Die Aualm ist eine der höchstgelegenen Almhütten des Tales, trotzdem haben wir einige Höhenmeter auf dem schmalen Steig zu bewältigen. Als wir beim Schuhflickersee nach 1,5 Stunden Gehzeit ankommen, dämmert es bereits. Beim Abstieg zur Aualm auf einem anderen Steig ist es bereits dunkel. Bei einer zünftigen Almjause sind die Strapazen schnell vergessen. Aber das war nur der Anfang...

Sonntag, 10 Uhr.

Festlich gekleidet werden wir ins Bergsteigerdorf Hüttschlag zur Bauernherbst-Eröffnung gebracht. Brauchtum und Erntedank. Eine Messe wird gelesen, Blasmusik spielt, traditionelle Handwerksvorführungen und kulinarische Schmankerl etc. Bis Anfang November finden diverse Veranstaltungen statt. (auch 2020 wieder) Danach kehren wir zurück ins Hotel, um uns für die Wandertour ins Ellmautal und die Übernachtung auf der Loosbühelalm umzuziehen. Vom (Bus-)Parkplatz Großarl Grundlehen marschieren wir zuerst den breiten Forstweg stetig bergauf, dann wieder auf schmalen Steigen durch den Wald. Bunte Frösche aus Keramik sitzen auf den Steinen am Bachufer, unzählige Fliegenpilze lugen aus dem Unterholz und Steinpilze, die wir teilweise mitnehmen, machen unsere Tour zum visuellen Erlebnis. Nach gut einer Stunde haben wir die Filzmoosalm erreicht. Malerisch taucht sie aus dem Wald auf, bis sie auf einer Lichtung als willkommenes Fotomotiv ruht.

Hütten-Luxus pur

Unser Durst wird ausgiebig gestillt bevor wir weiter wandern Richtung Loosbühelalm. Aus dem Wiesenweg wird ein schmaler Wurzel-Steig bergauf, bis wir die Baumgrenze erreicht haben und die Loosbühelalm in der Ferne auftaucht. Vor mir - am selben Steig - eine Kuhherde, flott unterwegs. Auf der Alm ankommen, beziehen wir erst einmal unser Zimmer. Ja, Zimmer. Kein Matratzenlager, sondern gemütliche Zirben- und Lärchen-Zimmer mit drei Stockbetten. Dusche und WC gibt es fast neben jedem Zimmer. Das ist Hütten-Luxus pur. Die Sonne ist untergegangen, die hofeigenen Speisen munden hervorragend. Als Nachspeise noch ein Kaiserschmarrn? Zum Verdauen ein Zirben-Schnapserl? Ja natürlich. Geweckt werden wir liebevoll von den Ziegen vor unserem Fenster. Ich nenne sie Kuschelziegen, weil sie so anschmiegsam sind. Der Ziegenkäse gehört zu den besonderen Spezialitäten dieser Alm. Das reichhaltige Almfrühstück ist traumhaft, besonders das frisch gebackene Brot und die Almbutter. Thomas mahnt uns zum Aufbruch. Wir haben heute viel vor. Sechs bis acht Stunden dauert unsere Tour. Mein Muskelkater hält sich in Grenzen, aber eine riesige Blase ziert meine große Zehe.

See-Höhe

Es geht gleich mal steil bergauf, bis wir den Grat auf ca. 2000 Meter Höhe erreicht haben. Keine Bäume mehr, nur freundliche Kühe und Heidelbeersträucher. Wir marschieren weiter zum Gründegg und bis zu den etwas abseits gelegenen idyllischen Trögseen, zehn kleinen Lacken, bzw. dunklen Moorseen unterhalb des Gründeggs. Der Ellmauer Höhenweg ist einfach überwältigend. Von nun an geht es nur noch steil bergab Richtung Karalm. Leider. Jetzt spüre ich wieder meine Blase. Bei einer Jause auf der Ellmaualm mit Kaspressknödelsuppe und Panoramablick bis zum Höchkönig, werden meine Lebensgeister wieder gestärkt und der Abstieg ins Tal ist auch nicht mehr weit.

www.grossarltal.info

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