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Deutsche Touristen: Reiselustig, aber sparsam

Die Deutschen verreisen weiterhin gerne, denken dabei aber ans Sparen. Zu diesem Umfrageergebnis kommt die Tourismusanalyse der BAT-Stiftung für Zukunftsfragen gemeinsam mit dem Zentrum für Zukunftsstudien der FH Salzburg in Wien präsentierte.

Wasser statt Berge

52 Prozent der Deutschen verreisten im Vorjahr, zwei Prozent mehr als 2009. 37 Prozent blieben im Bundesgebiet, wobei vor allem die Küsten Reiz ausüben. "Die Ostsee als eindeutiger Gewinner konnte 2010 acht Prozent zusätzliche Gäste anlocken. Immer öfters sucht man Wasser statt Berge", erklärt Ulrich Reinhardt, wissenschaftlicher Leiter der BAT-Stiftung. Bei den Auslandsreisen bleibt Spanien mit 12,9 Prozent Spitzenreiter, weit dahinter rangieren gleichauf Italien (6,7 Prozent) und die Türkei (6,6 Prozent) sowie als Newcomer Kroatien und Griechenland.

Die Reisedauer betrug 2010 mit 12,5 Tagen um einen halben Tag weniger als noch 2009, bei Inlandsreisen betrug sie 10,3 Tage. Auch bei den Reiseausgaben gibt es mit 944 Euro statt zuvor 1.038 Euro einen deutlichen Rückgang. "Es gilt allerdings der Grundsatz, lieber im Urlaub selbst sparen und an der Dauer der Reise, als komplett daheim zu bleiben", erklärt Reinhardt.

Senioren statt Familien

Besonders die Zielgruppe Familie, einst das Tourismus-Kernsegment schlechthin, hat in den vergangenen zehn Jahren einen Erdrutsch in den Reisetätigkeiten erlebt. Statt 70 Prozent waren im Vorjahr nur 56 Prozent der Familien im Urlaub unterwegs. Aufgefangen wird dies durch die ältere Generation. "Wir erleben eine Renaissance des Altentourismus. Senioren sind mobil, reiseerfahren und wollen die Welt entdecken, haben allerdings auch hohe Ansprüche."

Die Anforderungen der meist reiseerfahrenen Senioren sind hoch. Hauptkriterien für die Wahl des Reiseziels sind gleich nach Preis-Leistungs-Verhältnis und schöner Landschaft Gastfreundschaft und Atmosphäre. "Noch lieber als im Meer baden Touristen in Atmosphäre, Freundlichkeit und Geselligkeit. Wohlfühlfaktor und Servicequalität sind deshalb wichtiger als eine lange Speisekarte, weshalb Tourismusbetriebe genügend qualifizierte und motivierte Mitarbeiter brauchen. Wer radikal an Personal spart, kann dadurch auch einen Bumerang-Effekt erleben", warnt Reinhardt.

Österreich ist Zweitreiseland

Scheint Österreich auch nicht in den Top-5-Reisezielen der Deutschen auf, haben Entwicklungen im wichtigsten Touristen-Herkunftsland der Alpenrepublik traditionell hohe Bedeutung. Österreich schafft es aufgrund des fehlenden Meeres immer weniger, deutsche Familien zu locken, so Reinhardt. "Bei Senioren punktet es jedoch weiterhin durch die kurze Anreise, das gute Preis-Leistungs-Verhältnis und die leichte Verständigung. Die Aufenthaltsdauer ist in Österreich mit elf Tagen allerdings kürzer als anderswo."

Insgesamt suchten 4,4 Prozent der deutschen Reisende 2010 Österreich auf. "Österreich hat dank seiner Kultur und den Städte-, Winter-, Sommer-, Erholungs- und Wellnessangeboten viel zu bieten, wird jedoch immer mehr zur Zweitreise-Destination der Deutschen", erklärt Reinhardt. Immer mehr gelte es als Visitenkarte zu zeigen, dass man sich eine zweite Reise finanziell und zeitlich leisten kann. Für 2011 plant jeder neunte Deutsche, sogar zwei oder mehr Reisen zu machen.

Spaltung der Gesellschaft

Selbstverständlich ist eine Urlaubsreise allerdings nicht für alle. Während vier von fünf Besserverdienern im Vorjahr eine Urlaubsreise machten, waren es bei Geringverdienern nicht einmal jeder dritte. "Zunehmend spaltet sich die Gesellschaft in mobile und nicht mobile Gruppen. Während erstere sich fragen: 'Wo kann ich sonst noch hinreisen?', ist es bei den anderen 'Kann ich mir eine Reise leisten?'", so der Experte.