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Mo19022018

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Auf der Suche nach „gnä Schnee“

Ende November erhielt die Redaktion mehrere Anfragen ob in den Bergen Österreichs Frau Holle bereits ihr Handwerk erledigt hat und es schon die Möglichkeit zum Skifahren gäbe. Darauf machte ich mich auf den Weg nach Schladming um dort nach zu sehen wie der Stand der Dinge wirklich war.

In vielen Medien waren diverse Ski-Openings bereits angekündigt worden. In den letzten Jahren kam es des Öfteren wegen Schneemangels auf Grund von Plusgraden zu Verschiebungen beziehungsweise Absagen. Doch heuer sollte es anders sein: Negative Temperaturen und das eine oder andere Tiefdruckgebiet streifte bereits die Alpen. „Gnä Schnee“ * - wie ich Frau Holle auch liebevoll bezeichne - dürfte langsam aus ihrem Sommernachtstraum erwachen und erste zaghafte Versuche starten, um das - nicht  nur für Schladming - kostbare Weiß vom Himmel fallen zu lassen. Viel war es bisher nicht, vielleicht wartet sie ja noch ab ob die zukünftige Regierung ihr mit dem „12 Stunden Arbeitstag“ entgegen kommt.  

In Schladming angekommen führte mich der erste Weg direkt zur Talstation Planai. Der Blick auf den Berg verhieß im ersten Moment nichts Gutes. Zart schimmerte etwas Schnee vom berüchtigten Zielhang, an dem alljährlich beim Night-Race der Ski-Weltelite an die 60.000 Besucher mehr oder weniger stehen. Auf die Frage ob „gnä Schnee“ schon hier war, bekam ich nur die läppische Antwort eines Mitarbeiters der Schladminger Bergbahnen: „Gnä Schnee? Diese Diva haben wir zuletzt in der vergangenen Saison gesehen! Aber fragen Sie doch im Hotel Falkensteiner nach. Dort weiß man vielleicht Bescheid“. Ohne sich den süffisanten Nachsatz zu verkneifen: „Vielleicht hat sie ja dort ein Zimmer bezogen“.

Lifestyle-Hotel für die ganze Familie

Also auf ins Falkensteiner. Dem Vier-Sterne-Superior-Hotel eilt ja ein besonders guter Ruf voraus. Also bin ich schon mal gespannt was mich dort erwartet. Das Familienhotel für Mama, Papa, Oma, Opa, Kids und Hund soll ja für jeden was bieten. 2013 anlässlich der Ski-WM eröffnet, präsentierte sich das Hotel von außen betrachtet als monumentaler Bau der jedoch dank seiner Materialien sehr bodenständig wirkt. Das Besondere an der Bauform ist die einzigartige, Y-förmige Anordnung des Hotels, die einem erst im Inneren auffällt und trotz aller Kompaktheit auch Offenheit vermittelt. Schon beim Betreten der Lobby werde ich von der Größe der Eingangshalle überwältigt. Der Check-In war schnell erledigt und die Zimmerkarte ausgehändigt. Die Frage ob „gnä Schnee“ im Hotel abgestiegen sei, wurde allerdings verneint. „Aber es sind noch weitere Medienvertreter hier, die schon nach ihr fragten. Eventuell gibt es ja abends beim Hüttenabend auf der Sonnenalm „good news“ zu diesem Thema.“ Na ja, vielleicht will man uns „gnä Schnee“ exklusiv präsentieren. Wer weiß?

Zunächst mal aufs Zimmer. Selbiges erwies sich als Junior Suite mit 40 Quadratmeter im modernem alpinem Stil mit abgetrenntem Wohn- und Schlafbereich und großzügiger Dusche. Platz genug für entspanntes Wohnen mit Blick auf die Planai und das Ennstal. Insgesamt präsentieren sich alle 130 Zimmer und Suiten des Hotels im stylischen Alpin-Feeling. Holz, Stein, Loden, Sölker Marmor bis hin zum Edelweißdekor auf Polstern und Decken sorgen schon beim ersten Beschnuppern für eine angenehme Atmosphäre. Moderne Technik wie kostenloses W-LAN, zwei Flat-TVs, Nespressomaschine, Regenwalddusche, etc. lassen das Redakteursherz höher schlagen. Hier kann man es länger aushalten, wenn - ja wenn in unmittelbarer Nähe der einladenden Eckcouch eine Steckdose für meinen Laptop wäre. Mein Tipp: Nur mit aufgeladenen Laptop, Smartphone, etc. oder mit entsprechendem Verlängerungskabel auf die Couch  Dies wurde auch im Rahmen einer Hausführung in anderen Zimmern festgestellt. Besonders beeindruckend waren dabei die Senior Suiten Grimming, Hochgolling und das Prunkstück - die Dachstein Suite. Letztere mit 125 Quadratmeter Größe im vierten Stock beinhaltet neben einer großzügigen Terrasse, offenem Kamin, Teeküche, Lounge auch eine gemütliche Südtiroler Stube. Highlight ist aber der faszinierende Ausblick auf die Abfahrtspiste der Planai. Nicht umsonst wohnten dort viele Prominente wie Andreas Gabalier, viele Stars und Sternchen diverser Winter-Openings, Politiker, etc. Für den Preis von ca. 1.000,- Euro pro Nacht kein wahres „Schnäppchen“. „Gnä Schnee“ war das scheinbar auch zu teuer sonst hätten wir ja Spuren von ihr gesehen oder sie selbst angetroffen.

Nachdem noch etwas Zeit bis zur Abendveranstaltung war, entschloss ich mich zum Besuch des Wellness-Bereiches. 1.500 Quadratmeter umfasst der Aquapura SPA. Innen- und Außenpool, Saunen, Dampfbad, Infrarot, Ruhe- und Erholungsräume, Behandlungsräume für Massagen, Packungen, Kosmetik, Fitness - alles da, was des Gastes Herz begehrt und natürlich in der typischen Falkensteiner-Qualität, die sich bereits seit der Gründung 1957 durch alle Häuser der Südtiroler Hotelgruppe zieht. Für „gnä Schnee“ ist es hier sicher zu warm.

Hüttengaudi auf der Sonnenalm

Vor lauter Wellness-Seligkeit hätte ich beinahe auf den Abendtermin vergessen. Schnell umziehen und dann zum Treffpunkt an die Hotelbar. Kleiner Aperitif zur Einstimmung und schon ging es mit dem Bus zur Sonnenalm in die Ramsau am Fuße des Dachstein - dem höchsten Punkt in der Steiermark. Nach ca. 30 Minuten erreichten wir das kleine aber feine Refugium der Familie Höflehner auf 1.350 Meter Seehöhe. "Grias enk" - Hausherr Gerhard wartete schon mit  selbstgebrannten Frostschutz und erklärte der staunenden Journailie, welch eindrucksvolles Panorama - Kitzsteinhorn, Schladminger Tauern, Hochgolling, etc. - von hier einsehbar wäre. Schade nur, dass es zappenduster finster war. Und auf meine Frage ob wir hier „gnä Schnee“ treffen könnten, meinte Gerhard lapidar: „Vielleicht nach dem Hüttenabend und einigen Schnapserln“ und führt uns in die 300 Jahre alte Stube. Dort wartete bereits Tom - der Jodeltrainer auf uns. Aha, jodeln sollten wir also lernen. Ob das „gnä Schnee“ beeindruckt um sie anzulocken? Jedenfalls hat sich das Hotel damit was ganz besonderes einfallen lassen. So musste die schreibende Zunft als Testemonial seine Gesangskünste unter Beweis stellen bevor Tom auf die zahlenden Falkensteiner Gäste losgelassen wird. Ein kläglicher Versuch unsererseits zwar, wird aber Hotelgästen mit Après Ski - Ambitionen sicher gefallen. Nach einigen Versuchen gepaart mit steirischen Brat’l-Variationen, südsteirischem Wein und Gerhards Schnäpsen hatte auch Tom Einsehen mit uns und übergab uns den Wirtsleuten zur Hüttengaudi. Übrigens: „gnä Schnee“ dürften wir damit endgültig verscheucht haben.

Wer braucht in Schladming schon „gnä Schnee“?

Das Gerhards Schnäpse wirklich etwas besonders waren erkannte man an der Tatsache, dass das Aufstehen am nächsten Tag völlig ohne Haarwurzel-Katarrh vonstatten ging. So wurde das mehr als üppige Frühstücksangebot problemlos durchgekostet bevor es auf die Planai ging. Oben am Berg angekommen war es dann plötzlich da - das weiße Gold. Aber nicht von „gnä Schnee“ wie uns der technische Leiter der Schladminger Bergbahnen Thomas Putzer versicherte: „Dieser Schnee ist selbst gemacht. Dank unseres modernen Schneemanagement-Systems können wir ab einer Temperatur von minus 3 Grad Celsius unsere Pisten automatisch beschneien.“ Zirka 70 cm Basisbeschneiung reichen als Grundlage für die gesamte Skisaison. Und sollte irgendwo auf der Piste weniger Schneeauflage sein, so erkennt der Pistenbully-Fahrer auf seinem Cockpit-Display sofort die „Schwachstelle“ und schiebt den Schnee mit seinem mehr als 400 PS starken Gefährt dorthin wo es notwendig ist. Diese per Satelliten gesteuerte Lösung hat natürlich seinen Preis: Pro Pistengerät kostet das intelligente Display 30.000,- Euro. Insgesamt 25 Stück präparieren jede Nacht die Pisten. In Summe wenden die Bergbahnen für die künstliche Beschneiung jährlich an die 3,5 Millionen Euro auf. So gesehen muss sich jeder Ski-Fahrer bei „gnä Schnee“ für die immer höher steigenden Liftpreise beschweren. Übrigens: Wer möchte kann gerne mal am Beifahrersitz eines Pistenbully Platz nehmen und bei der Schneelochsuche dabei sein.

Der "Kunst"-Schnee auf dem wir talwärts fuhren entpuppte sich als hervorragend und vergessen war die Diva aus unseren Kindheitstagen bis - ja bis sich das Wetter langsam verschlechterte. Daher machten wir noch einen Abstecher ins neue Museum „Planai Welten Schladming“. Auf 800 Quadratmeter wird in enger Zusammenarbeit mit dem Winter!Sport!Museum! Mürzzuschlag der geschichtlichen Überblick zur Entstehung des Wintersports und zur Entwicklung der Planai vom Skiberg zum WM-Berg gezeigt. In der sehenswerten Ausstellung wird auch die Entwicklung der künstlichen Beschneiung sehr umfangreich thematisiert.

Am Ende des Tages ging es zurück ins Hotel. Dass wir „gnä Schnee“ noch sehen werden haben wir mittlerweile abgeschrieben. So konzentrierten wir uns auf das kulinarische Highlight des Tages - das Abendessen im Hotel. Als Markenzeichen der Falkensteiner Hotels gilt schon seit jeher die Verschmelzung der mediterranen mit der alpinen Küche. Für Chefkoch Bernd Maier nehmen außerdem österreichische Spezialitäten einen zentralen Platz ein. Um es vorweg zu nehmen: Die Zutaten für das Fondue waren von ausgezeichneter Qualität, auf vegetarische Sonderwünsche wurde großzügig Rücksicht genommen. Bei einer guten Flasche Wein aus dem gut sortierten Weinkeller wurde noch ausgiebig fachgesimpelt.

Ende gut - alles gut

Abreisetag. Traurig weil „gnä Schnee“ noch immer nicht sichtbar war. Also Frühstück genießen, Koffer packen, auschecken und Heimreise antreten. Kaum im Auto aber die große Überraschung: Ich traue meinen Augen nicht - es schneit. Also hatte „gnä Schnee“ doch einsehen mit uns und zeigte sich von ihrer besten Seite. Die ganze Zeit ließ sie sich nicht blicken. War sie etwa auf die ausgezeichnete Arbeit der Schladminger Beschneier eifersüchtig? Oder wollte sie uns jetzt zeigen, dass sie es doch noch kann um von uns keine schlechten Kritiken zu bekommen? Was soll's, Konkurrenz belebt eben das Geschäft - und wir Skifahrer sind die lachenden Dritten. (hz)

*) „gnä Frau“ - Abkürzung für die österr. Anrede „gnädige Frau“

 

Info: 

schladming.falkensteiner.com

www.schladming-dachstein.at

www.die-sonnenalm.at

Fotos: Copyright Falkensteiner Hotels & Residences, HZ.comm

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